Es sollte noch einmal Albanien werden und so zog es uns 8 Jahre nach unserer Dhermi-Tour, erneut ins Land des Adlers.
Ohne Markus Hoffmann, unseren Tiger, der bereits ein Jahr zuvor auf Malle seine Absage erteilt hatte. Warum auch immer. Stattdessen hatten wir nach langer Zeit mal wieder einen Tour-Gast, nämlich „Tröten Paule“ dabei. Sein kompletter Name würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen.
Donnerstag
Mitten in der Nacht brachten uns zwei Kleintransporter von Kempen zum Düsseldorfer Flughafen. Ungeachtet der frühen Zeit, quatschte im einen Wagen Oma und im anderen der albanische Fahrer, der nach Bekanntwerden unseres Reiseziels kaum zu bremsen war.
Wir erreichten Korfu und stellten schnell die veränderten Temperaturen fest. Puh, es war heiß. Was besonders Omas entstandenes Batman-Shirt zeigte. Alle legten ab, nur Olli und Präsi blieben der langen Hose bis zum Hotel treu. Platz genommen im Hafen-Café, floss sogleich wieder Bier. Dabei übernahm Guva Präsis wertvollen Tipp, indem er nun auch die Bier-App installierte.
Es folgte die Weiterfahrt mit der Fähre nach Saranda und schweißgebadetem Einchecken ins Hotel. Der Hunger rief und wir futterten eine Kleinigkeit in einem Fast-Food-Schuppen. Danach gings ab zum Strand. Guva hatte 15 Spiele inklusive einiger Sonderpunkte angekündigt. Dennoch ließ er sich fürs erste Spiel Zeit – nämlich einen weiteren Tag.
So gestaltete sich der halbe Strandtag eben damit, dass wir uns über die dicken Steine ins Wasser quälten und es deshalb beim einmaligen Schwimmen beließen. Der Rest: Mauer, ach nee, Treppe und Bier, viel Bier …
Anschließend setzten wir uns noch ins „Irish Pub“, ehe wir unser Hotel aufsuchten. Die Fahrt mit dem Fahrstuhl erhöhte bei den vier Insassen kurzzeitig den Puls, denn als Selim zugestiegen war, blieb man stecken. Aber die Rettung namens „Papa kommt gleich“ war schon unterwegs.
Frisch gemacht fürs Abendessen, fanden wir eine Lokalität an der Promenade. Durchaus in Ordnung, aber Besseres im Bereich der Verköstigung würde auf dieser Tour noch folgen. Nach dem Essen strichen alle einvernehmlich um 22 Uhr die Segel und gingen ins Bett.
Freitag
Nach dem Frühstück suchten wir den gleichen Strand wie am Vortag auf und vertrieben uns die Zeit mit „Alten Franzosen“. So nannte der Spielleiter das Boulespiel, welches auf dem steinigen Boden eine ganz besondere Herausforderung darstellte. Sieger wurde Präsi, der zu verhindern wusste, dass Olli in diesem Jahr gleich zwei Boule-Turniere gewinnt.
Danach wurde es interessant, denn jetzt offenbarte Guva, dass das Spiel „Schlag den MB“, nichts anderes als Schnelltrinken bedeutete, wozu er eigens eine Vorrichtung mit Zeitabnahme besorgt hatte. Zudem sollte es das einzige Spiel werden, welches erst am Tourende seine Pforten schließt. Und zwar mit Achim, das aber kommt noch. Erst einmal gab es hier eine Pflichtrunde. Mit unterirdischen 9 ½ Sekunden konnte bei Olli von Schnelltrinken keine Rede sein. Da waren die Zeiten von gleich zwei Trinkenden zusammengezählt, egal von wem, immer noch schneller.
Nach gekauften Schwimmschuhen im Supermarkt, war das Schwimmen übrigens kein Problem mehr. Die Sonnenbrille auf Guvas Nase allerdings schon. Er wollte sie auch beim Schwimmen nicht abnehmen und musste sie nach seinem Sprung ins Wasser dann sogleich als verlustig melden. Dank der Taucherbrille einer älteren Frau und dem geschulten albanischen Unterwasserblick von Selim, kam die Brille jedoch zum Besitzer zurück.
Die restlichen Einkäufe reduzierten sich natürlich nur noch aufs Bier. Davon aber jede Menge verschiedene Sorten, ideal zum Füllen der Bier-App.
Vor der Rückkehr ins Hotel, folgte noch ein Stopp in einer Kneipe mit einer Cocktailkarte á la Hardrock-Bands wie Metallica und AC/DC. Eine Kostprobe davon war aber leider nicht möglich.
Im Frühstückssaal des Hotels war „Lady Gaga“ geplant, ein Schätzspiel mit Hinweisen. Bis zum Eklat lief alles reibungslos. Oder sagen wir mal so, diesen Eindruck hatten alle, außer einer. Oma sorgte, sich lautstark beschwerend, mit finsterer Miene fürs vorzeitige Ende. Zu dieser Zeit kehrte Tröten Paul gerade vom Klo zurück und war noch irritierter, als alle anderen. Das Stimmungsbarometer sank mit phänomenaler Geschwindigkeit von vollen 100 auf Endstation 0 herunter. Oh je.
Was nun ? Alle begaben sich hoch zum Duschen und runter zum Abendessen. In einer Seitenstraße, nicht direkt an der Promenade gelegen, hatte sich für uns was aufgetan. Fazit: Genial. Das Essen war äußerst lecker, die Preise deutlich günstiger, mit einem freundlichen Kellner, der sich sichtlich übers Lob freute. Es trug zumindest schonmal wieder zu etwas besserer Stimmung bei. Von „Gut“ aber doch noch sehr weit entfernt.
Nach Aufbruch, wieder etwa 22 Uhr, stellte Präsi die Frage: „Und jetzt ?“
Die Antwort: Rückkehr zum Hotel - schlafen. Auf dieser Tour haben wir uns wirklich mal so richtig ausgepennt.
Eigentlich ein Idealfall für den Tiger, aber der war ja gar nicht dabei.
Samstag
Da uns Selim am Vortag zu einer Bootstour eingebucht hatte, machten wir uns nach dem Frühstück direkt zum Bootsanleger, auf. Kaum hatten wir die Frau entdeckt, freute sich der Präsi, denn sie reparierte gerade ihren Stand mit Klebeband und schwups konnte sein lädierter Beach-Hockeyschläger wieder zusammengeklebt werden.
Wir bestiegen das Boot und steuerten zwei Buchten an. Die erste um eine Höhle zu fotografieren, die zweite um Schwimmen zu gehen. Dann setzte uns der Kapitän in einer Strandbucht ab, in der die schönsten Stunden der Tour folgten. Olli ging es inzwischen besser, seine Magenschmerzen schienen verflogen zu sein.
Am feinen Kieselstrand nutzten wir Liegen mit Schirmen und platzierten uns allesamt nebeneinander. Das Wasser war glasklar, das Wetter wie an allen Tagen heiß.
Mit „Beach-Hockey“ (gelistet als Fremdvögeln) sowie „Fangen per Handtuch“ (Katapult genannt), dem Tipliga-Strandkellner Tröten Paule mit seinem Unterkellner MB und den unfassbaren Modell-Fotos auf der Schaukel, verflogen endgültig die dunklen Wolken, die sich am Vortag entwickelt hatten. Das Barometer schaffte es tatsächlich, doch wieder die 100 zu erreichen. Zur Belohnung sorgte Präsi dann auch noch für „Mother“. Zuvor hatte er Omas „Adidas-Füße“ bei Kleinanzeigen reingesetzt.
Michi, der spätere Tour-Hero, hatte den entscheidenden Erfolg beim Katapult, da er sich das Handtuch einfach in die Hose stopfte, so dass die Gegenstände nur noch eingeworfen werden mussten.
Als diese äußerst schönen Stunden dann doch beendet waren, kehrten wir im Höchsttempo zurück. Wieder an Land, zog es vier Tippligisten sofort ins Hotel, während die andern auf dem Weg dorthin für 2 Bierchen vor dem Restaurant auf der Treppe verweilten. Wieder eine schöne Zeit.
Beim Abendessen gab es fiesen Raki. Dann wieder ins Bett ?
Nein, diesmal begaben wir uns nach dem Restaurant immerhin noch für zwei weitere Stündchen aufs Roof-Top einer Bar
und ließen den Tag Revue passieren. Auf dem Heimweg gab es dann für einige den Absacker, wieder vorm Restaurant auf den Treppen. Etwa ab Mitternacht wurde geschlafen.
Sonntag
Frühstück und dann, oh je, der eher gehasste Tour-Sonntag. Denn hier heißt es oft, irgendwie die Zeit totschlagen.
An der Promenade kam die Idee auf, mal zu Elvis zu gehen. Zunächst empfing uns Priscilla sehr herzlich, plötzlich aber stand der King persönlich vor uns in der ersten Etage und begrüßte einige sogar per Handschlag.
Hurra – ich habe Elvis berührt !!!
Schön, nicht nur dank Elvis. Auch Achim tat etwas dazu bei. Er wollte das vorläufige Hero-Ergebnis doch noch mal ändern, indem er den Warschau-Effekt aktiviert. Mit anderen Worten: Schlag den MB, ran ans Glas - letzte Gelegenheit.
Mit besonderer Methode, nämlich halbnackt halbliegend trinken. In diesem Fall nicht nur optisch eine Wonne, sondern mit schnellster Trinkzeit prompt erfolgreich. Anschließend versagte nur leider das Warschau-Programm, denn der gewünschte Sturz des Führenden, blieb aus. Michi also weiterhin vorne.
Jetzt endlich kam die Rückreise in Gang. Fähre, Flieger, Ankunft in Düsseldorf. Unterwegs genoss Selim noch ein Essen in der First Class, in der wir beinahe alle Platz genommen hatten.
Genau da, wo alles begann, also in Kempen, folgte der Abschied untereinander. 2027 geht’s in dieser Sache auf Malle weiter..
Sonstiges
Nachzutragen wäre vielleicht noch, dass das Tippspiel „Rote Mütze“ hieß, indem Guva das Handballduell Eisenach gegen Kiel wahrhaft goldrichtig 27:28 tippte. Michi blieb mit 2:1 für Kiel deutlich zurückhaltender.