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Halbstark
Nicht nur der Wonne-Monat Mai war gekommen, nein auch der Vatertag. In der Regel der Tag, an dem die TIPLIGA sich auf ihre Tagestour begibt. Diesmal sogar satt mit zehn Leuten, obwohl Achim urlaubsbedingt fehlte. Dafür aber saßen Hinki und Hussi am Frühstücksbüffet, welches wiederum bei Selim in Voursenbeck stattfand.
Für Hussi war es unser persönliches Geschenk zu seinem 66. Geburtstag in Verbindung mit seiner großen Party, für Hinki war es eine nette Einladung als Mitglied des Ohnsorg-Theaters.
Nachdem der Präsi also die Gäste verkündet hatte, folgte die Bekanntgabe des Programms mit dem Hauptpunkt einer Sache aus alten Jugendtagen: Eine Mofa-Tour wartete auf die TIPLIGA. Nach zuletzt der Carrera-Bahn, jetzt also noch einmal ein Novum für unsere Runde.
Oma posaunte sogleich „Halbstark“ von den Toten Hosen hinaus, die damals den Yankees-Song neu aufgelegt hatten. Doch bevor wir die „Dinger“ besteigen konnten, musste erst einmal ein Fußmarsch zurückgelegt werden, bei dem die große Angst, das Regen einsetzt, eine Rolle spielte.
Doch der blieb glücklicherweise aus, so dass wir auf halber Strecke Klickball spielen konnten. Während MB es auf 13 Punkte schaffte, vermochte Guva es, alle 10 Versuche ins Leere laufen zu lassen. Nuuuuuuuull.
Nun war die Scheune Stracke in Grefrath erreicht und den ersten, den wir sahen, war DJ Daniel, der unlängst auf unserer Jubiläumsparty Musik gemacht hatte. Der Besitzer begab sich dann, samt einer Gehilfin, zu den Mofas im hinteren Teil der Scheune, um sie zu betanken und rauszustellen. Hätte man an und für sich schon vorher erledigen können.
Egal, kaum war die Einweisung vollbracht, wurden wir zu einer Proberunde aufgefordert. Genau in dieser plästerte es dann tatsächlich in Strömen, so dass binnen weniger Minuten die Klamotten klitsch nass waren.
An dieser Stelle vorweggenommen: Im Groben blieb es bei diesem einen Extrem-Regenguss. Der Präsi führte die Truppe an, denn er hatte die Strecken auserkoren. Es ging durch Vinkrath, Richtung Wachtendonk. Dabei saß MB auf dem schönsten Gefährt – der Pink Lady.
Vorbei an Achims Zuhause kam auf dem Mofa sitzend die Idee, vor dem Carport ein Gruppenfoto zu machen. Gesagt, getan. Nur leider war überhaupt keiner anwesend, so dass Hinki am Handy den Selbstauslöser betätigte. Wieder aufgesattelt, sollte es jetzt eigentlich weitergehen. Die meisten hatten den Hof auch schon verlassen, doch Albanys Mofa zickte herum. Seine Höchstgeschwindigkeit lag bei etwa 10km/h - da wäre er auf jedem Fahrrad schneller gewesen. Als Mechaniker nahm er sein Schicksal aber in die Hand und brachte die Maschine wieder zum Fahren.
Konnte es jetzt also weitergehen ? Antwort: Nein !!! Denn genau jetzt setzte Regen ein, der mehr als eine Stunde anhalten sollte. Mit diesen Informationen fütterte Hussi uns stets lautstark und treffsicher.
Kurzerhand blieben wir in Achims Garten sitzen und waren uns sehr sicher, er würde nichts dagegen haben. Es dauerte nicht lange, bis wir uns in Irland dann auch die Bestätigung einholten („Fühlt euch wie zuhause – Jungs“).
Kaum Platz genommen ging es ans DFB-Quiz, Hussi als Klassenbester. Eine Frage musste weichen, da das Ergebnis falsch recherchiert wurde. Präsi wollte hier würfeln, doch Guva lenkte mit dem Argument des „Gesamtdurchschnitts“ ein. Also keine volle Punktzahl für den Veranstalter.
Es folgte ein echtes Tages-Highlight: Der Flossenlauf. „Olli, zieh mal die Schuhe aus“, so startete das Ganze. Gesichtskino beim notorischen Zweifler. Und es endete darin, dass Ur-Opa Michi tatsächlich den schnellsten Lauf hinlegte. In 7,2 Sekunden von einem Tor zum anderen. Anders Oma und Hussi, die erst gar nicht antraten.
Beim nächsten Stopp, diesmal wie geplant, an der Burgruine in Wachtendonk, gab es ein weiteres Spielchen der bekloppten Art. Nämlich Karten klatschen !!!
Die obere Karte wird vom Stapel abgehoben und gezeigt und muss bei den ausliegenden Karten gefunden und abgeklatscht werden. Eine witzige Angelegenheit, die hier aber ein wenig Einschränkung fand, da 10 Leute gleichzeitig doch etwas zu viel war. Hussi landet vor Guva.
„Wir wollen nicht zur Fluchtburg, sondern lieber zum Kutscher“! Diese Idee war eindeutig die viele bessere, denn zum einen lag die Kneipe ja direkt um die Ecke, zum anderen konnte man dort schnell mal ein gepflegtes Bierchen trinken und bei Ankunft trafen wir auch noch auf teils bekannte Leutchen, wie beispielsweise Mario Wefers oder andere. Ein wirklich netter Aufenthalt, ehe es dann auf die Rückreise ging.
Durch Wachtendonk, vorbei am Kieswerk bis zum Kloster, vorbei an der Fluchtburg zum Bootsanleger nach Vinkrath, weiter nach Grefrath und letztlich am Eisstadion vorbei (Ein Opa: „Hier dürft ihr nicht fahren“!) bis zur Scheune Stracke.
Da war die Party mächtig im Gange, angeheizt vom DJ Dan … ach ja, das war bereits erwähnt worden. Vom Stracke erhielten wir eine Runde „Kurzen“ und mit den Schwaatläpp trafen wir wieder auf Bekannte.
Ab hier konnten wir den Alkohol bedingungslos laufen lassen, denn die Mofas hatten wir abgegeben. So feierten wir noch weit über eine Stunde am Stehtisch in lockerer Atmosphäre. Nur Hinki und Olli beschäftigte der Gedanke, klettern zu wollen. Man merkte es …
Der Grund lag darin, dass in der Scheune eine Stange angebracht war, die unter der Decke an einer Glocke endete. Es dauerte, ja es dauerte und noch immer dauerte es. Doch dann riss beim Hinki der Geduldsfaden und der „Lange“ hing an der Stange. Dann gings nach oben bis zur Glocke.
Auch Ollis Bedenkzeit endete und der ansonsten ja immer eher Zurückaltende fasste sich ebenfalls ein Herz. Jetzt hing der „Dünne“ an der Stange und meisterte das Klettern gleichermaßen professionell. Davon angespornt, folgten prompt einige Kegler aus dem Klub der Schwaatläpp und scheiterten reihenweise.
Jetzt aber mal raus aus der Scheune, denn es sollte noch gebosselt werden. Aufgeteilt in zwei Teams. Oma meckerte, weil eine Abbiegung verpasst wurde und es jetzt nicht mehr zur „Bayernstube“, sondern zu „Selim“ ging.
Das Siegerteam lag am Ende sage und schreibe um einen Wurf vorne. Bedingt dadurch, dass Präsis Berg-Auf-Wurf erst 200 Meter nach oben, dann aber 400 Meter nach unten rollte.
Wieder im Domizil des Albany angekommen, folgte für alle Mini-Air-Hockey. Bester Schütze mit 11 Toren war Michi und danach hatten nur noch Drei die Chance auf den Tagessieg.
Schnell entschieden, dass es also jetzt ein Finale zwischen Michi, Hussi und Hinki gibt. Disziplin: Angeln. Hier waren Schlüssel vom Holzbrett in ein Sektglas zu angeln. Die schnellste Zeit legte Michi hin, der sich so den Tagessieg sicherte und sich über den üblichen Amazon-Gutschein freute. Für die Statistik, dahinter folgte Hinki, dann Hussi.
Das Ende in der Bayernstube erlebten dann nur noch fünf der zehn Teilnehmer, den Rest zog es zurück nach Kempen. Dort landeten später sogar noch Guva und MB im Treppchen. Beim Ausklang in Glabbach wurde der entscheidende Fehler begangen, nicht ins nebenstehende Zelt zu gehen, wo unsere Altersgruppe vertreten war. Dafür lernten wir, dank Hinki, den Pressesprecher der Borussia kennen.
Am Ende also flaute es ab, aber der Tag hat viel Freude bereitet …
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